Ich liebe die Schiffe, das Meer und den Hafen…

…und ich hüpf und spring, wenn ich von Hamburg sing.

Und damit bin ich wohl nicht allein. Denn die bezaubernde Pebbs hat letzte Woche eine wunderbare Liebeserklärung an Hamburg geschrieben. Zu ihrem Einjährigen hat sie das vergangene Jahr Revue passieren lassen und sich gewünscht, im zweiten Jahr noch mehr von dieser Stadt zu entdecken. Als Eingeborene mache ich natürlich auch viel zu wenige dieser Tourisachen, seine eigene Stadt kennt man meist ja gar nicht so gut, und demnach packte ich die Gelegenheit beim Schopfe: Lass uns doch morgen eine Fleetfahrt zusammen machen.

Ruckzuck waren die Tickets organisiert und am Freitag wankten wir am wohl heißesten Tag des Jahres verschwitzt auf den Anleger am Vorsetzen zu, gleich neben dem Feuerschiff. Eine kleine Barkasse namens Birgit Ehlers wartete dort auf uns, wir suchten uns ein semi-schattiges Plätzchen vorn in der Nähe eines geöffneten Fensters und harrten der Dinge.

Los ging es Richtung Osten, an der Cap San Diego vorbei, unter der Niederbaumbrücke durch in den Binnenhafen, von wo wir nach Norden abbogen und unter Otto-Sill- und Binnenhafenbrücke durch am Schartor in der ersten Schleuse landeten. Auf diesen ersten Metern hatte man schon einen schönen Ausblick auf das Gruner & Jahr Gebäude mit den neuen Kampagnen-Postern, unter anderem ist Manomama (Sina Trinkwalder) dort abgebildet,  und in den Binnenhafen hinein, den wir später entlang fahren würden.

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Als die Schleuse sich öffnete, gaben wir den Paddlern vor uns einen kleinen Vorsprung, fuhren parallel zu einer Straße namens Herrlichkeit (<3), und unterquerten nacheinander die Ludwig-Erhardt-Straße, die Heiligengeistbrücke (Photo unten), Graskeller und Adolphsbrücke, bevor wir an der Rathausschleuse unter der Schleusenbrücke auf das Wasserniveau der kleinen Alster gehoben wurden. Von dort hat man einen etwas flaggenlastigen Blick auf das prachtvolle Rathaus.

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Nach einer Drehung auf der Kleinen Alster mit Blick auf die wunderschönen Alsterarkaden, fuhr die Schleuse uns wieder runter und wir bogen in einen extrem schmalen Kanal ein, der uns ins Bleichenfleet brachte. Ein Blick gen Norden beschert einem die alte Post und weiter gen Südwest zum Herrengrabenfleet unterquerten wir die historische Ellerntorsbrücke.

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Im Herrengrabenfleet drehten wir wieder um und es ging zurück ins Bleichenfleet.
DSC_0064Bei einem letzter Blick gen Süden vor der Durchfahrt durch den wirklich sehr dünnen Durchgang zum Alsterfleet sah man noch die Michelspitze über einem Dach mit zwei Figuren darauf. Ich habe eben eine ganze Weile gebraucht, um herauszufinden, welches Gebäude dies denn nun war. Ich hatte es aus Gründen  photographiert, die mir einfach nicht mehr einfielen und konnte es anhand der Photos zunächst auch nicht zuordnen. Die Recherche ergab: es ist das Stadthaus auf der, oh Wunder, Stadthausbrücke und beim Nachlesen wurde mir auch wieder klar, warum ich es bildlich festhielt. Es wurde in der dunkleren Zeit der deutschen Geschichte von der Gestapo genutzt.

Die Durchfahrt war wirklich sehr, sehr schmal und Eis hätten wir bei der Hitze auch gern gehabt.

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Rein in die Schleuse, die zurück in den Binnenhafen führt und eine etwas andere Mechanik hatte, als die anderen. Hier hob sich das Tor rotierend nach oben. Ein kurzer Blick auf Sankt Katharinen, ein Fünftel der Hamburger Hauptkirchen (die anderen sind der Michel (St. Michaelis), St. Petri, St. Jacobi und St. Nicolai) und dann fuhren wir ins Nicolaifleet. Vorbei an Neptun auf der Hohen Brücke bis hin zur Trostbrücke, auf der sich Statuen vom Heiligen Ansgar und Graf Adolf III. zu Schauenburg, Stormarn und Holstein finden. Diese beiden Herren repräsentieren respektive die Gebiete von Alt- und Neustadt, die hier mit der Brücke verbunden werden. Dort drehten wir wieder und auf dem Rückweg war auch ein Blick auf Sankt Nicolai zu erhaschen.

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Raus aus dem Nicolaifleet, erneut in den Binnenhafen, diesmal aber richtig. Nun sahen wir die ersten alten Speicher aus der Nähe und kamen am sogenannten Rathaus der Speicherstadt vorbei. Eine kleine Verschwenkung durch das Kleine Fleet, hinein ins Wandrahmfleet, brachte uns dann an die kleine Landspitze auf der das Wasserschloss steht. Eine kleine Teekanne weist die Richtung: ein Teekontor findet sich dort. Die Vorbauten an den Speichern, die etwas wie Balkone aussehen, sind Fluchtwege bei Feuer. Je nach Gefahrenlage konnte man innen im Treppenhaus runter oder eben außen herum ins anliegende Gebäude fliehen, so dass auch eine horizontale Flucht möglich war.

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Vom Holländischbrookfleet unterm Brooktorkai hindurch gelangten wir in den Brooktorhafen. Vor der Unterquerung sieht man noch das Fleetschlösschen, gleich dahinter liegt das Maritime Mueseum, welches von außen mit diversen Schiffsschrauben verziert ist. Durch den Magdeburger Hafen parallel zur Osakaallee fuhren wir dann direkt auf die Norderelbe zu. Ein Blick zurück nach Abbiegen in die Norderelbe zeigt deutlich wie viel östlich des Magdeburger Hafens noch fertigzustellen ist. Vereinzelt kann man schon etwas erkennen, aber es wird wohl noch einige Jahre dauern, bis das ganze Stadtteilgebiet “normal” nutzbar sein wird. Die Baakenhafenbrücke wurde, wie ich gerade feststellte, erst diesen Juni montiert. Ich fand ein Zeitraffervideo der Montage. Am linken Rand sieht man das Riesenrad, welches man sonst vom Dom kennt. Es war einige Zeit in der Hafencity installiert, ich vermute, um Touris anzuziehen. Das noch etwas einsam stehende Gebäude, welches natürlich auch noch nicht fertig ist, ist bzw. wird die HafenCity Universität.

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Schwungvoll in die Norderelbe nach Westen eingebogen, mit eindeutig kräfigerem Seegang (oder heißt das auf einem Fluss anders?), fuhren wir am Unilevergebäude und dem Marco Polo Tower vorbei. Die Aussicht in den Wohnungen ist sicher schön, aber neben unbezahlbar wohl auch sehr windig, würde ich vermuten. Weiter zur Geldverbrennungsanlage Hamburgs, Verzeihung, der Elbphilharmonie, von der ich immer noch nicht weiß, ob ich sie nicht vielleicht doch irgendwann ganz schick finden könnte. Diese Fensterformen haben zumindest in Großaufnahme eine interessante Optik. Was freu ich mich, wenn man endlich wieder ohne (oder zumindest deutlich weniger) störende Kräne über das Stadtbild blicken kann. Es reicht schon, dass man vom Michel durch die Gebäude aus einigen Richtungen kaum noch mehr als die Spitze sieht. Nun gut. Raufklettern sollte man dann auch demnächst mal. Zum Schluss noch einen letzten Blick in den Sandtorhafen, zwischen Elbphilharmonie und Kehrwiederspitze und schon waren wir wieder am Anleger.

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Es waren kurzweilige zwei Stunden, das eine oder andere habe ich dazu gelernt, viel gesehen, was ich vorher noch nicht kannte und einen erweiterten Eindruck der Hafencity bekommt man im letzten Drittel der Runde auch noch. Ich bin gespannt, wie das dort in fünf bis zehn Jahren aussehen wird. Bei dem Wetter war es allemal angenehm, auf dem Wasser rumzutuckern.

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One Response to Ich liebe die Schiffe, das Meer und den Hafen…

  1. Günther says:

    Da hast Du mich mit einer schönen Tour durch Hamburg eine Stunde von der Arbeit abgelenkt.
    Danke dafür🙂
    Wenn ich mal wieder in Hamburg bin weiss ich jetzt an wem ich mich bezüglich einer geführten Tour wenden kann😉

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