London III – Was sind schon vier Jahre?

Freitag: Nach meinem doch recht langen Spaziergang gestern Abend fiel ich einfach nur noch hundemüde ins Bett, schlief ganz hervorragend und wachte gut gelaunt, ausgeschlafen und entspannt auf. Zum ersten Mal probiere ich die Dusche aus und bin angenehm überrascht, dann frühstücken wir in aller Ruhe gemeinsam und lassen den Morgen langsam angehen. Nach einer herzlichen Verabschiedung zieh ich wieder los, ich bin später verabredet und will noch ein paar Dinge vorher besorgen, die ich vergessen habe.

Ich laufe, bis ich in Islington bin, freue mich über Palmen und wundere mich über die gelben Halteverbotslinien auf einer kleinen Fahrradstraße. Wie soll da eh ein Auto durchkommen?

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Neu für mich sind die an allen Ecken und Enden aufgetauchten Leihfahrradstationen. Da hat wohl der Boris seine Finger im Spiel gehabt.

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Ich lächle viel, erfreue mich an diversen Kleinigkeiten, sei es nur lauter kleine Sträußchen, die auf den Tischen vor einem Pub stehen.

Als der Vormittag dem Ende zugeht, gehe ich zurück Richtung King’s Cross, um dort auf JT zu treffen. JT ist ein ehemaliger Kollege, der doch so viel mehr Mentor und Freund war und auch irgendwie noch ist, obwohl wir uns tatsächlich seit meiner Abreise damals nicht mehr gesehen haben. Ich bin etwas unsicher, wie es gleich werden wird. Aber wenige Minuten später haben wir uns bereits begrüßt und es fühlt sich sofort an, als ob wir einander grad mal vor zwei Wochen das letzte Mal sahen. Wir sind sofort wieder drin.

Wir setzen uns ins Beetjeman Arms und bestellen uns etwas zu Mittag. Zufällig lande ich bei Fish ‘n’ Chips, allerdings in der fancy-version, und genehmige mir ein Pint Bitter-Shandy. Wir deklinieren einmal die letzten vier Jahre durch, die Zeit rast, aber ich habe nicht das Gefühl, dass sie uns weg läuft. Im Gegenteil, mehr und mehr macht sich der Gedanke breit, dass es auch in den nächsten Jahren für JT und mich keinen Unterschied machen wird, wie lange wir uns nicht sehen, wir werden immer einsteigen können, als sei es gestern gewesen. Nichtsdestotrotz ist der Plan, nicht wieder so viel Zeit ins Land streichen zu lassen, bis wir einander wieder sehen werden, klar.

Später verabschieden wir uns und ich mache mich auf den Weg, um CC zu treffen, ebenfalls eine ehemalige Kollegin, die eine gute Freundin wurde. Sie habe ich vor zwei Jahren das letzte Mal gesehen, bei ihrer Hochzeit, an der wir verständlicherweise recht wenig Zeit hatten zu zweit zu quatschen. Auch mit ihr steige ich sofort wieder so ein, als sei es gestern gewesen und wir verbringen den Rest des Tages gemeinsam im Pub und beim Abendessen. Dann verabreden wir uns noch schnell für Sonntag zum Grillen bei ihr, was die Verabschiedung sehr einfach macht.

Ich gehe beseelt durch das nächtliche London nach Hause, so fühlt es sich wirklich an. Wie früher. Was sind schon vier Jahre?

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