London IX – St. Paul’s Cathedral

Nach den Silver Vaults begebe ich mich zu St. Paul’s Cathedral. Etwas mehr als zwei Jahre habe ich das Glück gehabt, vom Schreibtisch aus auf dieses beeindruckende Gebäude gucken zu dürfen. Zeit, es mal von innen zu betrachten, hatte ich damals nicht. Aber fasziniert hat es mich schon immer, also war es diesmal ein Muss.

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Für die geführte Rundtour bin ich zu spät, aber es gibt Audioguides, mit denen man sich im eigenen Rhythmus durch die Cathedral bewegen kann. Eigentlich liegt mir das auch mehr. Während ich unter der Kuppel sitze und alles auf mich wirken lasse, probt ein Chor und ich erinnere mich an meine Chorzeiten in England zurück. In St. Paul’s habe ich nie gesungen, immerhin aber je einmal in Westminster Abbey und Exeter Cathedral. Die Akustik ist bemerkenswert.

Jede Stunde gibt es eine Miniandacht und tatsächlich, alle halten inne, respektieren die zwei Minuten Ruhe. Ich kontempliere derweil wie ich meine Höhenangst und den Wunsch, den Turm der Kuppel zu erklimmen, vereinen kann. Es sind drei Etappen, die man zu gehen hat, die erste Runde von 257 Stufen bringt einen über eine noch relativ große Wendeltreppe auf die Whispering Gallery. Von dort geht es weiter auf sehr schmalen Stufen und engen Gängen über weitere 119 Stufen zur Stone Gallery. Dort kann man am Fuße der Kuppel außen herum gehen. Noch fühlt es sich alles gut an.

Die nächste Etappe, weitere 152 Stufen, erfordert all meine Konzentration. Die Stufen bestehen hauptsächlich aus so Gittern und man da durch nach unten schauen, was ich mir die ganze Zeit leise vor mich hinmurmelnd verbiete. Bzw. ich versuche es in der positiven Variante: just look up, only look up, one step at a time.

Als ich oben angelangt bin, erwartet mich die Belohnung, ein wahnsinnig schöner Blick. Einmal rund herum auf London. Ich bekomme eine Gänsehaut.

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Blick nach Südwesten

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Blick auf das Dach des Naves

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Blick direkt nach Süden…



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…auf die Tate Modern.

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Shakespeare’s Globe

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Im Osten eine für mich neue Skyline

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Beloved Tower Bridge

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In einem davon war mein Büro

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Richtung Norden eher nicht so spannend..

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..naja, mit Zoom wird es interessanter.

Die 528 Stufen wieder hinabzusteigen ist etwas schwieriger, zumindest in der ersten Etappe. Nicht runter zu gucken, aber einigermaßen sicher die Stufen zu erwischen, ist eine Herausforderung. Aber ich habe ja Zeit und gehe ganz langsam. Eimer vs. Höhenangst 1:0.

Es geht weiter zu V, die mich noch zum Abendessen eingeladen hat. Wir quatschen uns den Mund fusselig. Es ist ein wenig so wie damals, als wir noch zusammen wohnten. Der Abschied fällt leichter, wir sind wieder drin. Ein schöner Abschlussabend dieser Reise.

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