Ich reagiere eimerig…

…habe ich neulich @larifariabel geantwortet, als sie mir ein Blogstöckchen zuwarf.

Eimerig heißt in diesem Falle also mit Verspätung und nicht ganz nach den Regeln. Tja nun, so ist er nun mal, der Eimer. Also, es gibt keine weiteren Nominierungen oder anderes regelkonformes Gedöns, aber Antworten oder zumindest sowas ähnliches auf die gestellten Fragen.

1. Gibt es etwas, ohne das dein Tag nicht vollständig ist? Was ist es?

Darüber habe ich tatsächlich sehr lange nachdenken müssen, und bin zu dem Schluss gekommen, dass ich so ein etwas wohl nicht habe. Ich bin mir aber auch sehr sicher, dass wenn ich Kinder hätte, die Antwort anders lauten würde. Aber das ist eine andere Geschichte.

2. Für welches Buch oder welchen Film würdest du noch einmal alles stehen und liegen lassen, erschiene es/er gerade ganz neu?

Hm, was ändert sich denn durch die Neuerscheinung? Der Inhalt der erzählten Geschichte? Wohl weniger. Im Film eventuell die Darstellung? Möglich. Lohnt es sich, dafür irgendetwas stehen und liegen zu lassen? Bezweifel ich stark. Bücher sind mir näher als Filme, aber wenn ich ein Buch lese, dann male ich mir im Kopf ja meinen eigenen “Film” dazu, da braucht es also gar keine Neuerscheinung, um meine Phantasie anzuregen. Das kommt beim erneuten Lesen ohnehin jedes Mal.

3. Kaffee oder Tee?

Morgens zum Aufwachen Kaffee oder Cappuccino. Ab Mittags/Nachmittags Tee.

4. Bist du eher Stadtmensch oder Dorfbewohner?

Stadt! Auf jeden Fall Stadtmensch. Ich mag zwar ab und an auch die Ruhe und Beschaulichkeit vom Dorf, so zum Ruhe tanken, aber müsste ich in der für mich empfundenen Pampa leben, bekäme ich die Motten. Mir kommt ja nach London selbst Hamburg manchmal noch zu klein und langweilig vor.

5. Gibt es “den besten Moment im Leben” oder eher viele kleine Momentpuzzleteile?

Ich finde den Gedanken, dass es nur einen besten Moment geben könnte, etwas traurig. Denn wenn das so ist, dann hat man entweder, wenn man ihn dann (endlich?) erlebt hat, danach nichts “Bestes” mehr zum drauf hinfreuen bzw. es anzustreben, oder man denkt bei jedem schönen Moment, dass es noch einen besseren, den besten, geben könnte und kann das was dann gerade passiert, gar nicht richtig genießen und wertschätzen.

Jeder schöne, besondere, merkenswerte Moment kann ein “bester” sein, für exakt den Moment zumindest, so sollte man ihn aufsaugen, genießen, wahrnehmen. Aber ich möchte ihn nicht als einzigen besten im Großen und Ganzen sehen, jeder ist anders und schön unter anderen Gesichtspunkten.

Ganz praktisch gesehen: einer der schönsten Momente bisher in meinem Leben war, das erste Mal meinen Neffen im Arm zu halten. Aber auch, als er sich das erste Mal voller Vertrauen an mich kuschelte und in meinen Armen einschlief. Keiner dieser Momente ist besser als der andere, aber beide sind unfassbar wundervoll. Und derlei Momente wird es hoffentlich noch ganz viele weitere geben, ob mit ihm oder anderen…

6. Dir schenkt jemand ein Schloss, du musst es aber entweder selbst putzen oder als Museum eröffnen und im Keller wohnen, was tust du?

Ganz klar Museum. Mit Spezialführungen durchs Schloss, solchen die auch Kindern Spaß machen. Und darin im Keller zu wohnen bin ich schon geübt, das tu ich seit vier Jahren.

7. Hattest du eine Lieblingsgeschichte als Kind?

Nein, ich hatte keine einzelne, explizite Lieblingsgeschichte. Aber ich habe vermutlich jedes Astrid Lindgren Kinderbuch mehrfach vorgelesen bekommen und selber gelesen. Die mochte ich eigentlich alle. Aber auch die Geschichten von Erich Kästner, Otfried Preußler und James Krüss.

8. Was käme dir eher in den Garten, Liegewiese, Gemüsebeete oder Zierblumen?

Definitiv keine Zierblumen. Spiel- eher als Liegewiese. Gemüsebeet würde ich wohl gerne haben wollen, aber mein schwarzer Daumen ist da kontraproduktiv.

9. Gibst du eine zweite Chance?

Ja. Grundsätzlich erstmal nicht ausgeschlossen. Denn es ist menschlich, Fehler zu machen. Ich weiß, dass ich welche mache und ich wünsche mir ja auch, eine zweite Chancen zu bekommen, wenn ich mich fehl verhielt. Wer wäre ich also, sie anderen zu verwehren? Ein Wille aus dem Fehler zu lernen, sollte aber schon da sein.
Aber auch andersherum bin ich Mensch: ich kann nicht immer vergessen. Ich versuche (zu angemessener Zeit) zu verzeihen, aber auch das fällt nicht immer leicht, manchmal dauert es auch sehr lange. Wenn Vertrauen kaputt gegangen ist, dann ist es nur sehr schwer, dieses wieder aufzubauen. Aber ich möchte danach streben, mich nicht von Misstrauen leiten zu lassen, auch wenn es mir aufgrund bereits gemachter Erfahrungen manchmal sehr schwer fällt.
Ich sehe allerdings eine andere Situation darin, wenn man zum Beispiel keine Gemeinsamkeiten mehr in einer Beziehung sieht. Und Beziehung meint hier nicht ausschließlich eine Partnerschaft, sondern jegliche Art zwischenmenschlicher Beziehung, also auch Freundschaften oder Bekanntschaften. Wenn da die grundsätzliche Schnittmenge nicht (mehr) vorhanden ist, dann ist es eventuell besser bei “agree to disagree” zu landen, anstatt auf Deubel komm raus, dem ganzen eine weitere Chance geben zu wollen. Meist streben Menschen nach solch einem “Zusammenraufen” eher aus Erwartungshaltungen von außen heraus und das bringt häufig nichts, außer vergeblich aufgebrachter Energie, etwas zu retten zu versuchen, was vielleicht einfach nicht sein soll.
Ich könnte zu diesem Thema vermutlich seitenweise was schreiben, fehlten mir nicht die treffenden Worte, jeder möglichen Situation gerecht zu werden. Denn wie genau die Chancen auf eine zweite Chance genau beschaffen sind, das ist so “fallspezifisch”, wie die Situationen einzigartig sind, aus der heraus diese Frage entspringt.

10. Wie oft bist du schon umgezogen?

15 Mal.

11. Was wolltest du schon immer mal sagen?

Kein Kommentar.

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