London III – Was sind schon vier Jahre?

Freitag: Nach meinem doch recht langen Spaziergang gestern Abend fiel ich einfach nur noch hundemüde ins Bett, schlief ganz hervorragend und wachte gut gelaunt, ausgeschlafen und entspannt auf. Zum ersten Mal probiere ich die Dusche aus und bin angenehm überrascht, dann frühstücken wir in aller Ruhe gemeinsam und lassen den Morgen langsam angehen. Nach einer herzlichen Verabschiedung zieh ich wieder los, ich bin später verabredet und will noch ein paar Dinge vorher besorgen, die ich vergessen habe.

Ich laufe, bis ich in Islington bin, freue mich über Palmen und wundere mich über die gelben Halteverbotslinien auf einer kleinen Fahrradstraße. Wie soll da eh ein Auto durchkommen?

image image

Neu für mich sind die an allen Ecken und Enden aufgetauchten Leihfahrradstationen. Da hat wohl der Boris seine Finger im Spiel gehabt.

image image

Ich lächle viel, erfreue mich an diversen Kleinigkeiten, sei es nur lauter kleine Sträußchen, die auf den Tischen vor einem Pub stehen.

Als der Vormittag dem Ende zugeht, gehe ich zurück Richtung King’s Cross, um dort auf JT zu treffen. JT ist ein ehemaliger Kollege, der doch so viel mehr Mentor und Freund war und auch irgendwie noch ist, obwohl wir uns tatsächlich seit meiner Abreise damals nicht mehr gesehen haben. Ich bin etwas unsicher, wie es gleich werden wird. Aber wenige Minuten später haben wir uns bereits begrüßt und es fühlt sich sofort an, als ob wir einander grad mal vor zwei Wochen das letzte Mal sahen. Wir sind sofort wieder drin.

Wir setzen uns ins Beetjeman Arms und bestellen uns etwas zu Mittag. Zufällig lande ich bei Fish ‘n’ Chips, allerdings in der fancy-version, und genehmige mir ein Pint Bitter-Shandy. Wir deklinieren einmal die letzten vier Jahre durch, die Zeit rast, aber ich habe nicht das Gefühl, dass sie uns weg läuft. Im Gegenteil, mehr und mehr macht sich der Gedanke breit, dass es auch in den nächsten Jahren für JT und mich keinen Unterschied machen wird, wie lange wir uns nicht sehen, wir werden immer einsteigen können, als sei es gestern gewesen. Nichtsdestotrotz ist der Plan, nicht wieder so viel Zeit ins Land streichen zu lassen, bis wir einander wieder sehen werden, klar.

Später verabschieden wir uns und ich mache mich auf den Weg, um CC zu treffen, ebenfalls eine ehemalige Kollegin, die eine gute Freundin wurde. Sie habe ich vor zwei Jahren das letzte Mal gesehen, bei ihrer Hochzeit, an der wir verständlicherweise recht wenig Zeit hatten zu zweit zu quatschen. Auch mit ihr steige ich sofort wieder so ein, als sei es gestern gewesen und wir verbringen den Rest des Tages gemeinsam im Pub und beim Abendessen. Dann verabreden wir uns noch schnell für Sonntag zum Grillen bei ihr, was die Verabschiedung sehr einfach macht.

Ich gehe beseelt durch das nächtliche London nach Hause, so fühlt es sich wirklich an. Wie früher. Was sind schon vier Jahre?

Advertisements
Posted in Factual, Feelings, Travel

London II – Homecoming?

Donnerstag: Ich wache recht früh auf, packe zwar drei Mal aber recht unpanisch um und mache mich auf den Weg zum Flughafen. Keine Schlange beim Bagdrop, ich bin viel zu früh da, mit Absicht. Security geht auch flugs, trotz einiger Passagiere, die meinen rumargumentieren zu müssen, weil sie bei irgendeinem anderen Flughafen mal nicht ihren Gürtel haben ablegen müssen. Herrje, quatscht nicht, macht hinne. Ist doch eigentlich nicht so schwer.

Ich steuere zielstrebig die Ecke mit den mobilen Massagestühlen an und lass mir erstmal meine Betonschultern lockern. Warum auch nicht, es soll ja Urlaub sein. Ein halbe entspannte Stunde später trödele ich zum Gate, der Schalter hat noch nicht geöffnet und trotzdem ist die Schlange schon unruhig lang. Ich werde diese Panik beim Boarden nie verstehen. Ich lese noch eine Runde und gehe als vorletzte in den Flieger.

Der Flug vergeht während ich lese in der Tat wie im Fluge, um beim Landeanflug etwas zu sehen, ist es zu bewölkt, und eh ich es mich versehe bin ich schon durch die Passkontrolle und habe meinen Koffer. Seit wann geht T5 so problemlos? Verfrüht waren wir auch noch.

Die erste Feuerprobe besteh ich an nem ATM mit Bravour, PIN noch bekannt, Geld kommt raus und ich lade als erstes meine Oystercard auf und besorge mir ne UK sim card. Der Typ, der sie mir verkauft ist charmant und zuvorkommend. Später fällt mir auf, dass das was ich instinktiv als so vertraut wahrgenommen habe, mir während des Verkaufs- und Einstellungsvorganges (den er netterweise gleich mit übernahm) so gar nicht auffiel, weil es in London so normal ist: Ich stand an einem Tresen mit drei Verkäufern, sieben Passagieren und fünf oder sechs anderen Flughafenangestellten und war weit und breit die einzige Weiße. Das mag vielleicht an einem Flughafen noch nicht so bemerkenswert sein, aber es wird sich auch durch die nächsten Tage ziehen, alles ist im allerbesten Sinne viel bunter, gemischter und es fühlt sich für mich einfach richtig an.

Ohne darüber nachzudenken finde ich mich wenige Minuten später in der Piccadilly Line wieder und brauche geschlagene 5 Stationen um zu verstehen, warum einge der umsitzenden Touristen bei jeder Ansage von “This is the Piccadilly service to Cockfosters” vor sich hin giggeln. Ich glaube, ich bin angekommen.

Zum Glück erinnerte ich mich vorher noch daran, dass es in der tube, solange sie unterirdisch fährt, keinen Handyempfang gibt und habe wie vereinbart eine SMS an meinen Gastgeber JB abgesetzt. Als die tube in die erste oberirdische Station einfährt, regnet es heftigst in den Waggon hinein, mäh, hoffentlich muss ich nicht durch den Regen laufen nachher.

In King’s Cross angekommen mache ich mich auf den beschrieben Fußweg zum Hausboot und erhalte kurze Zeit später eine SMS: I think you’ve got the wrong number, but have a lovely trip. Damn! Dann weiß JB gar nicht, dass ich in 5 Minuten da bin. Ich rufe ihn direkt an und schildere das Dilemma. Ich kann schon das Hausboot auf der anderen Kanalseite sehen.

DSC_0003

Ganz hinten rechts: die Galatee.

Er ist entspannt, selber zwar noch unterwegs, aber H ist schon zu Hause, er wird ihr Bescheid sagen. Eine gefühlte Sekunde nach Auflegen sehe ich schon H mit dem Handy am Ohr vom Hausboot aus mir zuwinken. Mit fuchtelnden Armen deutet sie mir den Weg und zwei Minuten später stehen wir voreinander.

DSC_0001

Sie umarmt mich herzlich zur Begrüßung und keine 5 Minuten später sind wir bereits so fleißig am quasseln, dass man meinen könnte, wir kennten uns schon seit Jahren. Ich fühl mich sofort wohl. Nebenbei zeigt sie mir das Boot, erklärt mir die Pumpe an der Dusche und wir leeren gemeinsam die Toilette aus, damit ich weiß, wie das zu erledigen ist. Das klingt sehr viel merkwürdiger als es ist.

Da die beiden morgen nach Frankreich fahren werden, um dort zu heiraten, werde ich die restliche Zeit alleine auf dem Boot sein. Das hatten wir schon vorab schriftlich alles besprochen, dennoch bin ich erneut gerührt über das Vertrauen, dass die beiden mir entgegen bringen. Auch haben sie mir Mengen an Lebensmitteln eingekauft, ich soll mich einfach bedienen, sie führen ja eh weg. Das ist nicht unbedingt üblich bei AirBnB, aber in diesem Fall einfach eine freudige Überraschung. Als JB auftaucht bin ich mit ihm sofort genau so vertraut, die beiden sind wirklich eine Wucht.

Da sie mitten im Pack- und Organisationschaos stecken, lasse ich sie alleine. Nicht weil sie mir das Gefühl geben, ich störe, ganz im Gegenteil, aber ich möchte mich auch noch ein wenig im Hellen mit der Gegend vertraut machen. Und so stromere ich mit der Kamera los, währen sie einen Punkt nach dem nächsten auf ihrer Liste abarbeiten.

DSC_0006

Die Galatee liegt auf dem Regent’s Canal.

DSC_0007

Auch Häuser können Bart tragen.

DSC_0019

St. Pancras Renaissance Hotel

DSC_0016

St. Pancras Renaissance Hotel

DSC_0017

King’s Cross Station and Square

DSC_0021

Inside St. Pancras Station

DSC_0025

Paul Day’s sculpture The Meeting Place

DSC_0024

Fries am Sockel

DSC_0026

Fries am Sockel

DSC_0027

Fries am Sockel

DSC_0030

Fries am Sockel

DSC_0032

Fries am Sockel

DSC_0035

Betjeman Arms

DSC_0037

I forgot what building that was…

DSC_0039

Look left is right, right?

DSC_0044

St. Pancras Renaissance Hotel

DSC_0045

Freundlich gefragt, stolzes Lächeln erhalten. Ich mag diese Kopfbedeckung.

Posted in Factual, Feelings, Travel

London I – Prelude

Mittwochabend: Ich sitze vor drei verschiedenen Wetterberichten für London und frage mich, was ich nun packen soll. Es wird kalt, und warm, und sonnig, und regnerisch.

Morgen geht es los, das erste Mal seit vier Jahren werde ich wieder in London sein. Ich habe diese Stadt, in der ich mich so wohl fühlte, in der ich mir ein Leben aufgebaut hatte, unter Umständen verlassen, die sich drei Wochen nach meiner Rückkehr in Luft auflösten. Ich hab mein Leben in London ewig lange vermisst und bitter bereut, den Schritt zurück nach Deutschland gewagt zu haben. Fast jeder, mich eingeschlossen, fragte mich, warum ich denn nicht wieder rüber ginge. Es ging nicht. Aus diveren Gründen. Als es theoretisch wieder ging, waren zwei Jahre vergangen und mein Gefühl sagte mir, ebenso wie mein Verstand, dass das was ich vermisste, ohnehin nicht mehr dort sein würde.
Noch ein weiteres Mal ganz von Vorne anfangen? Von Null? Bei aller Liebe zu dieser Stadt, dafür ist sie zu anstrengend und zu teuer. Zu Besuch rüber fliegen wollte ich erst aus emotionalen Gründen nicht, dann konnte ich aus finanziellen Gründen nicht.

Nun ist es soweit, ich kann es mir leisten, finanziell und, so hoffe ich, auch emotional. Ich frage mich, wie es sich anfühlen wird. Kenn ich mich noch aus? Wieviel hat sich verändert, was ist noch vertraut? Werde ich wie einer der doofen Touristen, die mich damals als Pendler immer so nervten, planlos in den Tubestationen umherirren? Werde ich gewohnte Wege gehen, ohne auf Googlemaps zu schauen, schauen zu müssen? Werde ich mich wie zu Hause, einfach nur als Besucher oder womöglich wie ein Tourist fühlen?
Ich habe noch meine Oystercard, ob da wohl noch Guthaben drauf ist? Kenne ich meine PIN noch? Wieviele Tränen werde ich vergießen? Und aus welchen Gründen? Vor Wiedersehensfreude oder aus Frustration und Trauer über meine damalige Entscheidung? Wird dieser Trip es mich erneut bereuen lassen, der Liebe gefolgt zu sein, die dann so plötzlich verschwand?

Schon vor Wochen habe ich meine Unterkunft gebucht, über AirBnB habe ich ein Hausboot gefunden, auf dem ich bleiben werde. Meine Gastgeber werden einen Tag nach meiner Ankunft für ihre eigene Hochzeit nach Frankreich fahren, ich werde das Boot für mich allein haben. Ist das gut oder schlecht? Es liegt auf jeden Fall in einer Gegend von London, die mir recht unvertraut ist. Ich will mich nicht zu schnell mit dem konfrontieren, was ich zurückließ, lieber etwas ganz Neues entdecken. Und ein Hausboot, das ist ja mal was Neues, für mich zumindest.

Ich breche das Packen ab und besuche meinen Großvater, der mir empfiehlt auf jeden Fall die Silver Vaults zu besuchen. Ich habe noch nie von denen gehört, werde es googlen und seinem Rat folgen. Es wird ein schwerer Abschied, ich weiß nicht, ob er noch lebt, wenn ich wieder komme. Aber das ist jetzt bei jedem Besuch bei ihm so. Ich hole tief Luft, sage ihm erneut, wie sehr ich ihn liebe und gehe. Ein weiterer Zwischenstop bei meinen Eltern lässt mich auch auf meinen Neffen treffen. Er erinnert mich daran, dass es auch ein Gutes hat, dass ich nun wieder in Hamburg bin. Ich tanke Kraft beim Neffenkuscheln und gehe dann nach Hause und nicht all zu spät schlafen. Morgen wird fertig gepackt. Morgen geht es los. Morgen wird spannend.

Posted in Factual, Feelings, Travel

Man sollte mal heimlich mitstenographieren…

Samstagmorgen. Ich habe wie üblich diverse Erledignung auf der Liste. Als letztes will ich zum Änderungsschneider, bei dem ich zwei Jackets habe anpassen lassen. Er hat seinen Laden in einer kleinen Einbahn-Einkaufsstraße im Hamburger Westen. Eine dieser Straßen, die einen dörflichen Charakter haben, in denen man eigentlich immer jemanden trifft, den man kennt und dann ein Schwätzchen hält. Eine dieser Straßen, in denen die Geschäfte Samstags um 13 oder 14 Uhr zu machen. Ich weiß nie, welche Geschäfte wann schließen, ich lasse es drauf ankommen. Ich bin eh entweder zu spät dran oder eben nicht.

Die Sonne scheint, es ist warm. Für Hamburger fast schon Hochsommer, quasi. Ich bummele entspannt die Straße hinunter, sehe einen Infostand der AfD, einen der FDP. Ein paar ältere Männer befestigen CDU-Plakate, eine andere Gruppe fuchtelt mit dem SPD-Pendant um einen Baum herum. Kabelbinder sind schon schwer zu bändigen. Allen kann ich entgehen, ich habe keine Lust auf Dikussionen. Welche Wahl steht jetzt schon wieder an? Egal, jetzt nicht. Sonne genießen. Vor dem Eisladen testen diverse Kinder die Nerven ihrer Eltern, der eine oder andere größere Eishaufen auf dem Boden weißt auf kürzlich geschehene Dramen hin. Vor einem Café sitzen Leute draußen und beobachten andere Leute. Da der Fußgängerweg schmal ist, sitzen sie in zwei Reihen eng hintereinander, Knie im Rücken des Vordermannes. Ein wenig erinnert mich das Arrangement an die Sitzreihen direkt neben einem Laufsteg. Und wie bei einer Modenschau flanieren einige Menschen am Café vorbei. Bei manchen von ihnen möchte ich Gedanken lesen können, Sitzenden wie Gehenden.

Ich erreiche den Änderungsschneider um 13:05 Uhr. Er hat bis 14:00 Uhr geöffnet. Manchmal passt es eben einfach. Das eine Jacket ist schon fertig, ich probiere es an, es passt perfekt. Das andere ist, obwohl sie eigentlich schon gestern fertig sein sollten, noch in Arbeit. Er bittet um Entschuldigung und fragt, ob ich in einer Stunde wiederkommen könne. Klar, kein Problem, ich nehme es als geschenkte Stunde, Zeit, die ich mir sonst vermutlich nicht genommen hätte, und beschließe im Restaurant nebenan, was auch mehr an ein Café erinnert, eine Kleinigkeit zu Mittag zu essen. Gefrühstückt habe ich noch nicht, der Appetit ist eh da. Warum sich nicht auch einmal etwas gönnen? Das Restaurant hat eine Terrasse, auf der man recht gemütlich sitzen kann. Und das obwohl immer wieder Autos recht nahe daran vorbei fahren. Wie gesagt, eine schmale Einkaufsstraße nur.

Ich bestelle etwas, setze meine Sonnenbrille auf und lehne mich, die Sonnenstrahlen genüßlich auf meiner Haut wahrnehmend, zurück. Es ist nicht leer, aber auch nicht wirklich voll. Ich komme gerade ein wenig zur Ruhe, als hinter mir ein Mann aufspringt, zum Ausgang geht und sich einem anderen Mann vor der Hecke, die die Terrasse zum Fußgängerweg hin abgrenzt, in den Weg stellt. Halt! sagt er, Verkehrskontrolle! Ist Ihr Fahrzeug denn sicher? Durch die Hecke, die den beiden bis zum Oberkörper geht, erkenne ich, dass der andere Mann einen dieser neueren Alu-Roller neben sich hat. Er stützt sich etwas darauf und entgegnet gelassen, dass der selbstverständlich sicher sei. Es wirkt auf mich so, als kennen sich die beiden, seien verabredet und erlaubten sich einen Spaß. Aber Sie haben kein Licht! bemerkt der erste nun. Oh doch! Schauen Sie, hier! erwidert der Neuankömmling, der deutlich älter als der andere ist. Und tatsächlich, er hat am Lenker eines dieser kleinen Lichter, die man sonst eher an Fahrrädern sieht. Jetzt bin ich baff, damit habe ich nicht gerechnet. Komm, trinken Sie ein Bier mit mir. Erst bei diesem Satz fällt mir auf, wie breit sein Hamburger Dialekt ist. Allerdings spricht er einen Tacken zu laut, was wiederum weniger hanseatisch wirkt.

Während die beiden sich in Richtung des Tisches hinter mit bewegen, wird deutlich, dass sie einander nicht kennen. Der ältere Mann, der mir irgenwie wie ein Jim erscheint, stützt sich auf den Roller, als ob es ein Rollator sei. In meinem Rücken nehmen sie Platz. Der Jüngere stellt sich vor: Horst-Dieter K., Diplomingenieur und Oberleutnant zur See. Er sagt das in einem Tonfall, der mich sekündlich einen zackigen Hackenschlag erwarten lässt. Der bleibt aber aus. Leider kann ich nicht verstehen, was Jim sagt. Er bleibt für mich also Jim. Er sitzt zwar direkt Rücken an Rücken zu mir, schlägt jedoch weitaus sanftere Töne an, als Horst-Dieter.

20140426-170058.jpg

Ich bekomme mein Essen serviert und bin für einen Moment abgelenkt. Auch vorbeifahrende Autos erschweren das nicht ganz freiwillige Belauschen der Unterhaltung. Wohlgleich es eher ein Monolog zu sein scheint, Horst-Dieter ist lautstark in Fahrt. Auf die Frage, ob er denn im Krieg gewesen sei, entgegnet er recht detailliert, er sei ja nur Nachkriegskind, Baujahr 52, aber das war ja auch schlimm mit dem Kohlen klauen und so. Ab und an lacht er mit kräftigen Grunzern untermalt. Ob Jim denn auch Plattdütsch könne, also er spräche ja auch Plattdütsch, weil er ja in Glücksstadt an der Elbe geboren sei. Dann habe er lange in dem einen und dann in dem anderen Stadtteil in Hamburg gewohnt, er kenne sich hier aus, er wisse Bescheid und früher kannte man ihn hier ja auch noch. Dies war mal seine Einkaufsstraße. Er betont das seine, als habe ihm mal jeder Laden gehört. Zwischendurch Lachgrunzer.

Ich muss mich gelegentlich sehr konzentrieren, mich nicht vor unterdrücktem Lachen an meiner Mahlzeit zu verschlucken. Die Monolog-Unterhaltung der beiden erscheint derart surreal, wie heißt es so schön: kannste Dir nicht ausdenken. Horst-Dieter ist sich wohl seiner momentanen Profession nicht so recht sicher. Er ist beratender Rentner. Fünf Minuten später ist er nicht nur Schiffsbauingenieur und Flugzeugbauingenieur, nein, er ist auch Fischer, er kennt sich aus. Also auch so mit Fischen und so, Hochsee, versteht sich.

Sein Hamburgisch wird immer breiter und er ist nahtlos dazu übergegangen, Jim zu duzen. Ich würde gerne Jims Gedanken lesen, oder zumindest sein Gesicht beobachten können. Er hat mittlerweile sein Essen erhalten, das Übliche, er scheint hier häufiger zu sein. Nach einem Vortrag seitens Horst-Dieter über Qualität von Wasser aus Flaschen verglichen mit Leitungswasser, einigen sie sich aber darauf, dass Jim sein Flaschenwasser haben darf, während Horst-Dieter beim Bier bleibt. Das Bier scheint ihn noch kontaktfreudiger werden zu lassen, er fragt das japanische Paar am Nachbartisch auf Englisch, ob er zu laut rede und sabbelt dann auf Deutsch auf sie ein. Er sei auch Hobbykoch, er kenne sich aus. Das mit dem Salat auf dem Teller, statt auf einem extra Beiteller, das sei ja ein Unding. Und überhaupt, Salat. Auch ein Unding sei ja Airbus, früher wurde da ja nur einer im Monat gebaut, heute ginge da jeden Tag ein hoch. Das nerve die Anwohner, er wisse das, er habe hier ja auch mal gewohnt.

Es fährt ein Sportwagen vorbei, mehrfach heuelt der Motor auf, für einen Moment versteht man seine eigenen Gedanken nicht. Solche seien ja noch schlimmer, meint Horst-Dieter, die die immer brrm brrm machen und keinen mehr hoch bekommen. Die rennen auch immer mit 30 Hemden aus der Reinigung und trügen Cordhosen. Das ginge ja gar nicht. Ich schiele auf die Uhr und ärgere mich ein wenig, dass ich gleich gehen muss und bezahle. Mir fällt Tucholsky ein: Man sollte mal heimlich mitstenographieren, was die Leute so reden.

Ein Mann mit Panama-Hut flaniert hinter der Hecke vorbei und Horst-Dieter kennt sich wieder aus: die tragen das ja heute alle als Mode, so ein Quatsch, die trägt man in den Tropen. Jim muss daraufhin irgendetwas über Tropen und Südamerika erwidert haben, denn nun geht’s in die Offensive. Also wenn Du da Millionen gemacht hast, dann kannste mich ja auch mal zum Essen einladen. Dann musste nicht alleine essen, das ist ja nicht schön. Also, ich könnte ja Geschichten erzählen, aber wenn Du mich mal zum Essen einlädst, dann nehm ich das an.

Es ist 13:57 Uhr.

Jim sagt der Bedienung, der Herr habe auch Hunger.

Und ich muss leider los.

 

Posted in Episodes of Life, Factual, German, Hamburg, Story

Ein Eimer ging ins Museum…

…und wollte darüber bloggen. Und zwar so richtig vernünftig, mit all den interessanten Informationen, Hintergründen zur Ausstellung, Verlinkungen und strukturiert und so. Tja. Vier Wochen später nun muss sich der Perfektionist in mir eingestehen, dass er nicht genug Zeit und Ruhe dafür hat und dass es auch anders gehen muss, sollte das Thema nicht komplett im Gedächtnisorkus verschwinden. Nun also anders. Einfach so drauf los, aus dem Bauch heraus. Und mal schauen, was von dem Gesehenen hinreichend beeindruckend war, dass ich mich auch nach vier Wochen Trubel noch daran erinnere.

Dass ich überhaupt in ein Museum gehe, ist seit Schulende ein eher seltenes Ereignis. Im Grunde ist das schade, immer mal wieder denke ich, man sollte ja mal… ich würde eigentlich schon ganz gerne mal… man müsste im Grunde ja auch viel häufiger…  Passieren tut nix. Sie kennen das. Woran hapert es? Bei mir gab es in der Vergangenheit einen absoluten Overkill davon, zu Museumsbesuchen gezwungen zu werden, und dann aber völlig auf sich allein gestellt vor einer Vielzahl von Objekten zu stehen und keinerlei Kontext geboten zu bekommen. Erschlagen durch Masse und gleichzeitigem Mangel an Information, öde.

Da traf es sich gut, dass Isa so ganz pfiffig irgendwie eine Bloggerführung im Museum für Völkerkunde organisiert bekommen hatte und mich dann auch noch freundlicherweise trotz meiner katastrophalen Postfrequenz zu eben dieser mit einlud. Es ging irgendwie um schwedisches Design, im Vorfeld habe ich mich nicht weiter damit beschäftigt, auch der Zusammenhang zur Völkerkunde war mir nicht ganz klar, aber egal. Ich wollte da hin gehen, interessant würde es sicher werden, dachte ich mir. Und wenn nicht, dann habe ich wenigstens endlich mal wieder liebe Menschen getroffen. (Wir waren dann zwar nur zu dritt, aber es war trotzdem klasse!)

Tja, was hab ich denn nu noch im Kopf von der Ausstellung? Die Photos, die ich machte, werde ich erst hinterher anschauen, ich bin grad wirklich neugierig auf mein Hirn. Die Ausstellungsstücke waren wohl alles Gewinner zweier Designwettbewerbe. Was genau der Unterschied der beiden war, keine Ahnung, in den Exponaten konnte ich kein Themenschnitt erkennen, das war alles ziemlich querbeet. So, dann mal los, das gab es unter anderem zu sehen:

Im Grunde total simpel und immens praktisch: eine Vorrichtung, an der über ziemlich viele Rollen mit verdammt viel Seil ein Haufen Sandsäcke hochgezogen werden kann. Das was dann beim langsam wieder runter kommen der Säcke an Energie freigegeben wird, erzeugt dann hinreichend Strom, um eine Dreiviertelstunde Licht zu erhalten.

IMG_5295
IMG_5298

 

 

 

 

 

 

Säckchen, die quasi eine mobile Toilette sein sollen, passenderweise “PeePoo” genannt. Ich meine zu erinnern, dass die entweder aus entsprechendem Material waren oder, dass eine Art Granulat drin war, so dass die Ausscheidungen sich in nutzbaren Dünger verwandeln. Abgesehen vom höheren Hygienefaktor also auch noch zusätzlich hilfreich.

IMG_5304IMG_5305 IMG_5306

 

 

 

 

 

Und dann war da noch der Kocher, der mit unterschiedlichem Brennmaterial genutzt werden kann und wohl besonders effizient heizt, sowie sehr einfach zusammenzubauen ist.

IMG_5286 IMG_5285 IMG_5292

 

 

 

 

 

Dass mir gerade diese drei Exponate als erstes einfallen, verwundert mich nicht, haben sie doch ein sehr eindeutiges Motiv, Probleme zu lösen, die in einer Vielzahl weniger entwickelter Länder vorherrschen.

Dagegen ist die Ansammlung verschiedener Alltagsgegenstände, die einen anderen Nutzen haben, als es einem auf den ersten Blick erscheint, mir vor allem wegen des Gehstockes in Erinnerung geblieben. Kein Wunder, denn dieser sah aus, wie ein Regenschirm. Und wir ließen vor einigen Jahren meinen Großvater 2 Jahre lang “am Schirm” statt am Stock gehen, um ihn überhaupt dazu zu bekommen, sich den dringend notwendigen Halt zu erlauben. (Großvater, damals 85: “Gehstöcke sind doch was für alte Tattergreise. So alt bin ich noch nicht.”)

IMG_5261 IMG_5274

Des Weiteren gabe es kleine Plastik-steckdinger, die man an Pappen befes-tigen konnte und aufgrund der ver-schiedenen Winkel unterschiedliche Dinge bauen konnte. Sehr simpel und vermutlich Bastel-kreativität bei Kindern auslösend.

Natürlich waren noch diverse andere Exponate zu sehen, unter anderem ein besonders belastbarer Teppich aus merkwürdigem Material (fühlte sich nicht gemütlich an),

IMG_5281

ein Schrank mit eigenwilliger Oberfläche,

IMG_5279IMG_5280

 

 

 

 

 

ein Braille-Drucker (da fragte ich mich wirklich, was an dem nun so anders oder neu sein soll, gibt es so etwas nicht schon?),

IMG_5287IMG_5289

 

 

 

 

ein extrem leichter Rollstuhl und Schilder (waren die nun in einem besonderen Design oder was genau war das pfiffige daran? Aber ich mochte sie).

IMG_5269

Und das Tablett-Set, welches meinen inneren Monk erfreute. Insgesamt war es eine kleine, übersichtliche Ausstellung, und ich habe noch überraschend viel im Kopf vor Augen. Vermutlich auch, weil viel erklärt wurde, was mein Gefühl des Verlorensein bei Museumsbesuchen massiv verringerte.

IMG_5278 IMG_5277

 

 

 

 

 

 

Dennoch habe ich für mich festgestellt, dass ich gar nicht so viel aus so einem Besuch mitnehmen oder erinnern muss. Gerade jetzt mit Abstand zurückgeblickt merke ich, dass ich eine Erwartungshaltung an mich selber gestellt hatte, die gar nicht notwendig ist. Ich hatte ein paar feine Stunden im Museum in famoser Begleitung und fand das genau richtig so. Nicht mehr und nicht weniger. Ich glaube, diese Art mich in portionierten Häppchen Kunst oder Kultur auszusetzen, reicht für mich vollkommen. Diese Erkenntnis mitzunehmen, das ist vermutlich mein ganz eigener Gewinn dieses Ausfluges.

Isa und die Frische Brise haben natürlich schon damals über unseren Museumsbesuch gebloggt.

IMG_5273

Posted in Factual, German, Hamburg

Analogbotschaft

Wie die meisten meiner Leser wissen, bin ich ein Freund des Handschriftlichen. Es gab hier in der Vergangenheit auch schon den einen oder anderen Eintrag, der sich darauf bezog und den jeweiligen Reaktionen nach zu urteilen, geht es durchaus auch anderen so, mindestens wenn es um den Erhalt solcher Schriftstücke geht.

Es mag heutzutage vielleicht etwas altmodisch anmuten, aber ich schreibe gerne Briefe oder Karten, die mit der ganz normalen Post verschickt werden. Ganz analog, ganz offline. Es ist ein langsamerer Prozess.

Eine Email ist schnell getippt und auch korrigiert, ebenso wie SMS, private Nachrichten auf verschiedenen Social Media Plattformen oder sonstige ‘moderne’ schriftliche Kommunikation. Ein Brief dauert länger. Eine Karte, auch wenn sie mich im Platz limitiert, meist noch länger. Denn ich möchte nicht am Ende der Karte ankommen und noch drei Sätze und die Grüße ungeschrieben im Füller stecken haben. Also überlege ich mir vorher, was genau ich dem Empfänger schreiben will und wieviel Platz ich dafür benötige. Dadurch setze ich mich mit dem Adressaten auseinander, schenke ihm meine Zeit und Gedanken, sinne darüber nach, was zu lesen ihm eine Freude machen würde.

Und dann schreibe ich auch noch mit Füller. Ich mag es, wie die Feder über das Papier gleitet , die Tinte einzieht und manchmal etwas entlang kleinerer Fasern verläuft. Etwas unpräzise, nicht zu glatt, nicht zu steril. Echt. Authentisch. Ich fange an langsamer zu schreiben, wenn ich einen Füller in der Hand halte, mein Schriftbild wird hübscher, weicher, leserlicher. Nicht immer, aber meistens.

Mit diesem Hang zum schriftlich-analogen liegt es nahe, dass ich die Idee von Analogbotschaft sehr mag und gerne daran teilnehme. Mir machte es einfach großen Spaß, Karten zu schreiben und zu erhalten und somit werde ich demnächst noch mehr den Füller schwingen, vermehrt auf Postkarten der Analogbotschaft.

Dass auch einige meiner Tweets ihren Weg auf die Karten finden durften, freut mich natürlich besonders. Zumal es noch eine Erweiterung gibt, die mir außerordentlich gut gefällt:

Von jeder verkauften Karte werden 5 ct vom Verlag an die DKMS gespendet. Und jeder Autor kann von dem Erlös, den er an jeder verkauften Karte verdient, ebenso einen Anteil oder den ganzen Betrag spenden.

Mein Profit wird gänzlich an die Hamburger Klinik-Clowns gehen. Man muss nicht Mutter oder Vater sein oder ein krankes Kind haben, um zu verstehen, wie großartig und hilfreich für die Kinder und ihren gesundheitlichen Zustand die Arbeit dieses Vereins ist.

Und damit schließt sich für mich ein wunderbarer Kreis: Etwas, was mir Freude macht, wird ein wenig (und mit jeder meiner Karten ein wenig mehr) dazu beitragen, ein paar weitere Lächeln auf Kinderlippen zu zaubern.

Posted in Factual, Feelings, German | 2 Comments

Da war noch was…

Es ist schon wieder Monate her, dass einige Flüsse in Deutschland über die Ufer traten und eine Menge Menschen an der Elbe und anderswo ihr Hab und Gut bedroht sahen. Ich hatte mich damals für ein paar Tage nach Tramm begeben, um beim Sandsäcke abfüllen zu helfen. Danach lernte ich Gabi kennen, die die Hochwasser-Niedersachsen-Gruppe auf FB gegründet hatte, in der sie freiwillige Helfer koordinierte. Während die Lage noch bedrohlich war, wurde sie schnell zur Ansprechpartnerin für offizielle Stellen, deren Informationen sie dann auf FB weiterleitete. Wesentlich effizienter, als die Websites einiger Landkreise, auf denen zwei Updates pro Tag schon Jubel wert waren.

Aber nicht nur bei der Sandsackbefüllung wurde koordiniert und informiert, sondern vor allem auch seitdem das Wasser wieder abgeflossen ist. Erst ging es noch um Aufräumhelfer, dann um Spenden, Hilfestellungen und Aufmunterungen für Betroffene. Der eine oder andere mag sich erinnern, dass ungefähr im August kurz etwas von finanzieller Hilfe, die zügig bei Betroffenen ankommen solle, durch die Presse ging – de facto sitzen aber auch jetzt noch viele mit nackten Wänden und Bautrocknern in ihren Wohnzimmern. Wenn sie überhaupt noch eins haben, oder zumindest ein semi-bewohnbares.

Die Last, die auf den Schultern dieser Menschen liegt, durch Sorgen und Ungewissheit, maße ich mir nicht an, vollumfänglich nachempfinden zu können. Dass jedoch jede Hilfe, sei sie auch noch so klein, hier willkommen sein würde, das dachte ich schon. So auch Gabi, mit der ich dann seit Juni in Kontakt stand und die zunächst die Aktion “Aufbaupakete” ins Leben rief. Ein Schuhkarton bepackt mit lauter nützlichen und angenehmen Dingen, wie Mückenspray, Sonnencreme, Handcreme, Desinfektionsmittel, aber auch Kaffee, Tee und Keksen, geschickt an betroffene Bewohner der Gegend. Vielleicht noch mit einer Karte und ein paar aufmunternden Worten dabei. Nicht viel, aber hilfreich. Etwas später gab es dann eine Abwandlung: Schultüten wurden gepackt.

In meinem weiteren familiären Bekanntenkreis rührten wir also eine Zeit lang die Webetrommel und sammelten dann in mehreren Schüben massig liebevoll gepackte Kartons ein und brachten sie zur Sammelstelle, von wo aus sie wiederum von Gabi an die richtigen Orte und Empfänger verteilt wurden.

In dieser Zeit, ungefähr im September, kam mir die Idee, gegen Weihnachten eine Neuauflage der Aufbaupakete zu starten und sprach erneut mit Gabi, die bereits an der Aktion “Nikolauswichteln” herum dachte. Da ich nun wusste, dass sie sich auch weiterhin um die Verteilung kümmern würde und ich somit sicher gehen konnte, dass die Dinge genau dort ankommen, wo sie hin sollen, habe ich überlegt, wie ich mehr Leute erreichen könnte, als nur den Bekanntenkreis. Dieser war ja nun auch schon einmal abgegrast worden.

Da ich zuvor schon einmal in ein größeres Schuhgeschäft gelatscht war, um von dort weitere Kartons zu besorgen, dachte ich dort weiter und sprach mit der Filialleiterin, ob sie mir behilflich sein könne. Sie konnte, wollte (war sogar begeistert) und auch ihr Chef hatte nichts dagegen und so ging es weiter. Die Idee war, für den Zeitraum von vier Wochen verkauften Schuhen einen Flyer beizulegen und zu hoffen bzw. die Kunden zu bitten, dass sie ihren Karton bepackt wieder zurückgeben würden.

Ich bat zwei wunderbare Freunde um Hilfe bei der Gestaltung des Flyers. Die bezaubernde Ruth Frobeen, die mit ihren herzerwärmenden Märchen auch unter edelfrosch bekannt ist, erstellte mir das Textliche und die hinreißende trueffi ließ ihrer Kreativität im Graphikdesign freien Lauf, erstellte ein grandioses Design und half mir den Druck zu organisieren. An dieser Stelle beiden Damen meinen herzlichen Dank für diese ehrenamtliche Hilfe, ohne die ich das so und auch so schnell nie hinbekommen hätte – ihr seid Schätze. ❤

Flyer_final-1 Flyer_final-2

(Das Geschwärzte sind Informationen, die nicht mehr relevant sind, da die Aktion beendet ist.)

Ich brachte einen ordentlichen Stapel Flyer zum Schuhladen und war überwältigt von der Begeisterung, die sämtliche Mitarbeiter für die Aktion mitbrachten. Die Filialleiterin hatte bereits allen erzählt, was wir vor hatten und sie waren Feuer und Flamme. Eine Woche später holte ich einen großen Haufen Spenden ab, die bislang ausschließlich von den Mitarbeitern gebracht worden waren. Ende November holte ich dann den nächsten Schwung, es waren ungefähr 25 Päckchen zusammen gekommen.

20131229-190007.jpg

Ich konnte vorher überhaupt nicht einschätzen, wie viele zusammen kommen würden, bin aber mit dem Ergebnis sehr zufrieden, zumal wir aus dem Freundeskreis dann auch noch mal eine ganze Menge bekamen. Anfang Dezember fuhren wir dann mit vollgeladenem Kombi wieder runter und gaben die Ladungen bei Gabi ab, die im Laufe der folgenden Tage diese Päckchen weiter verteilte.

20131229-190134.jpg 20131229-190143.jpg

Ein paar Eindrücke von den Übergaben kann man hier und hier auf der FB-Seite der Helfianer, dem Nachfolger von Hochwasser-Niedersachsen, anschauen. (Ist auch sichtbar, wenn man nicht bei FB ist.) Die Helfianer gUH wurde als gemeinnützige Gesellschaft im Laufe des Herbsts gegründet, um die Arbeit, die bei Hochwasser-Niedersachsen begann, weiterzuführen. Auf deren Website gibt es weitere Bilder, Informationen zu bisherigen Projekten und wie auch jetzt noch geholfen werden kann.

20131229-190153.jpg

Posted in Factual, German | 3 Comments